Vermögenschadenhaftpflichtversicherung

 

 

Definition und Abgrenzung „echter“ vs. „unechter“ Vermögensschaden

Ich erlebe es in meiner täglichen Arbeit als Versicherungsmakler immer wieder, dass Freiberufler und Selbstständige ihr berufliches Schadenrisiko nicht umfassend abgesichert haben. Und das, obwohl sie in guter Absicht eine Versicherung abgeschlossen haben. Das Problem: Sie haben über eine Betriebshaftpflicht zwar Sach- und Personenschäden versichert, nicht aber die so genannten echten bzw. reinen Vermögensschäden, welche über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgedeckt werden können. Gerade diese bergen aber ein hohes Schadenpotenzial für selbstständig Tätige in den Branchen Medien, IT und Unternehmensberatung.

 

Was ist ein Vermögensschaden?

 

Vereinfacht gesprochen liegt ein Vermögensschaden vor, wenn durch schuldhaftes Verhalten des Versicherungsnehmers einem anderen – zum Beispiel seinem Auftraggeber, Kunden oder Dienstleister – ein finanzieller Schaden entsteht.

 

Beispiel-Definition eines Versicherers:


„Vermögensschäden sind Schäden, die weder Personenschäden (Tötung, Verletzung des Körpers oder Schädigung der Gesundheit von Menschen) noch Sachschäden (Beschädigung, Verderben, Vernichtung oder Abhandenkommen von Sachen, insbesondere von Geld und geldwerten Zeichen) sind. Als Vermögensschäden gelten auch der Verlust sowie die Veränderung oder Blockade elektronischer Daten.“

Vermögensschäden ergeben sich meist unmittelbar aus den Dienstleistungen eines Freiberuflers oder einer Agentur. Es wird zwischen „echten/reinen“ Vermögensschäden und Sach- bzw. Personen-Folgeschäden als „unechten“ Vermögensschäden unterschieden.

Als unechten Vermögensschaden bezeichnet man „finanzielle Nachteile“, die sich aus Personen- und Sachschäden ergeben.

Von einem echten bzw. reinen Vermögensschaden spricht man, wenn weder ein Personen- noch Sachschaden vorliegt noch sich ein Schaden daraus  herleitet.

 

Die oben zitierte Definition umfasst daher sowohl den echten wie unechten Vermögensschaden.

 

Echter/reiner Vermögensschaden

 

Durch das versehentliche Löschen der Datenbank eines Call-Centers sind die Mitarbeiter nicht in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. Der Aufwand für die Wiederbeschaffung der Informationen wie auch der Nutzungsausfall bis zur Rekonstruktion der Datenbank verursacht erhebliche Kosten. 

 

Unechter Vermögensschaden (Personen-/ Sachfolgeschaden)

 

 

Beim Sachfolgeschaden hingegen entsteht der Vermögensschaden erst aufgrund der Beschädigung einer Sache.
Bei Wartungsarbeiten an einem Server wird eine Hardwarekomponente beschädigt. Die Mitarbeiter der betroffenen Steuerkanzlei können an Ihren Arbeitsplätzen bis zum Austausch des Bauteils keine Vorgänge bearbeiten. Durch diesen Arbeitsausfall entsteht der Steuerkanzlei ein Vermögensschaden (in diesem Fall als Folge des vorausgegangenen Sachschadens).