Zusammenfassung

Der Standardversicherungsschutz für Gebäude und deren Inhalt besteht aus der Feuer-, Leitungswasser- und Sturm-Hagel-Versicherung sowie - nur für den Inhalt - aus der Einbruchdiebstahl-Versicherung, Letztere ggf. ergänzt um die Risiken Vandalismus und Raub. In den letzten Jahren hat auch die Absicherung der Elementargefahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

 

Versicherer bieten auch Pauschaldeckungen an

Neben der individuellen Vertragsgestaltung ist auch ein Abschluss auf der Grundlage einer Pauschaldeklaration möglich. Kernstück ist die summarische Versicherung von kaufmännischer und technischer Betriebseinrichtung sowie von Waren und Vorräten. Darüber hinaus bietet sie zusätzliche Einschlüsse in Bezug auf Gefahren, Sachen und Kosten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV hat im Jahr 2003 "Unverbindliche Musterbedingungen zur Verbundenen Sach-Gewerbe-Versicherung (VSG 2003)" vorgelegt und seinen Mitgliedsun-ternehmen zur Verwendung empfohlen, die jedoch noch überarbeitet werden. Diese Bedingungen sind die Grundlage für integrierte Sachversicherungsprogramme für das Gewerbe, auf deren Basis Pauschaldeckungen nach dem Baukastenprinzip angeboten werden. Einzelheiten dazu finden Sie in dem Beitrag "Verbundene Sach-Gewerbeversicherung".

Weitere Rechtsgrundlage

Rechtsgrundlage der genannten Versicherungen ist außerdem das Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das ebenfalls mit Wirkung vom 1.1.2008 geändert wurde.    Für Neuverträge, die ab 1.1.2008 geschlossen wurden, gilt das neue VVG ab sofort. Für Altverträge, die bis zum 1.1.2008 abgeschlossen wurden, gibt es eine Übergangszeit bis zum 31.12.2008 (mit dem alten VVG). Danach gilt das neue Recht.

Die neuen Rechtsgrundlagen (VVG und Musterbedingungen) müssen ihre Bewährungsprobe vor den Gerichten erst einmal bestehen. Erst höchstrichterliche Entscheidungen werden neue Unklarheiten und aufgefundene Regelungslücken schließen.

1 Bündelung von Versicherungsverträgen

Oft wird bei der Versicherung von gewerblichen Risiken auf Basis eines Antrags mit einem Versicherungsschein Deckung gegen mehrere Gefahren beurkundet. So auch bei der gebündelten Geschäftsversicherung, die die Feuerversicherung, Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung, Leitungswasserversicherung und Sturmversicherung sowie die zugehörigen Klein-Betriebsunterbrechungsversicherungen umfasst, die heute immer mehr von den Gesellschaften angeboten werden (s. dazu Abschn. 11).

Trotz dieser Bündelung handelt es sich aber - anders als in der Wohngebäudeversicherung - um rechtlich selbstständige Versicherungsverträge, die unabhängig voneinander geschlossen oder gekündigt werden können.

2 Feuerversicherung

2.1 Versicherte Gefahren und Schäden

 

Definitionen

Der Feuerversicherer tritt für Schäden (Beschädigung, Zerstörung, Abhandenkommen) an versicherten Sachen ein, die entstehen durch

  • Brand: Brand ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und das sich aus eigener Kraft auszubreiten vermag.
  • Blitzschlag: Blitzschlag ist der unmittelbare Übergang eines Blitzes auf Sachen.

·        Überspannungs-, Überstrom- oder Kurzschlussschäden: Diese Schäden an elektrischen Einrichtungen und Geräten sind nur versichert, wenn an Sachen auf dem Grundstück, auf dem der Versicherungsort liegt, durch Blitzschlag Schäden andere Art entstanden sind.

Spuren eines direkten Blitzschlags an anderen Sachen als an elektrischen Einrichtungen und Geräten oder an Antennen stehen Schäden anderer Art gleich.

 

  • Explosion: Explosion ist eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung.
  • Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder seiner Ladung.
  • Löschen, Niederreißen oder Ausräumen infolge eines dieser zuvor genannten Ereignisse.