Sterbegeldversicherung

STERBEGELDVERSICHERUNG: SINNVOLL ODER NICHT?

Für die meisten Menschen ist es wichtig, dass im Falle des eigenen Ablebens die Kosten für die Beerdigung ohne Probleme gezahlt werden können.

Wer jedoch keine Ersparnisse oder andere Wertgegenstände hat, die für die Beerdigung genutzt werden können, der kann sich mit einer Sterbegeldversicherung absichern.

DEFINITION: STERBEGELDVERSICHERUNG

Eine Sterbegeldversicherung ist eine freiwillige Versicherung, welche abgeschlossen werden kann, um die Kosten der eigenen Bestattung abzusichern. Dabei wird in der Regel nur ein geringer monatlicher oder jährlicher Beitrag gezahlt.

Anders als bei der Lebensversicherung, welche eine sehr hohe Auszahlungssumme, sowie einen Begünstigten hat, ist bei der Sterbegeldversicherung in der Regel nur ein Betrag festgelegt, welcher für die Beerdigungskosten, sowie eventuelle andere Kosten, die im Rahmen des eigenen Ablebens anfallen abdeckt. Es ist also weniger eine finanzielle Absicherung für die Hinterbliebenen, als eine Maßnahme, um dafür zu sorgen, dass die Verwandten nach dem Ableben eines Familienmitgliedes nicht schauen müssen, wie die Kosten für die Bestattung getragen werden können.

Die Versicherung selbst kann entweder auf Lebensdauer laufen oder auf ein Alter von 65 oder 85 Jahren begrenzt werden. Ebenso kann je nach Anbieter gewählt werden, wie die Beiträge für die Versicherung gezahlt werden sollen.

FÜR WEN LOHNT SICH EINE STERBEGELDVERSICHERUNG?

Wer bereits eine Lebensversicherung in ausreichender Höhe hat, der benötigt keine zusätzliche Sterbegeldversicherung. Es gibt jedoch viele Personen, für die diese Art der Versicherung sinnvoll ist.

Zunächst wären hier zum Beispiel Senioren, die aus alters- oder krankheitsbedingten Gründen nicht mehr die Bedingungen zum Abschluss einer Lebensversicherung erfüllen aber dennoch vorsorgen möchten. Ebenso ist eine Sterbegeldversicherung für Menschen ohne Angehörige praktisch, die dennoch sicher gehen möchten, dass deren Beerdigung nach den eigenen Vorstellungen erfolgt, auch wenn niemand da ist, der für die Bestattung zahlen kann.

Letztlich ist die Sterbegeldversicherung auch für alle Personen, die sich schlichtweg die oft hohen Beiträge einer Lebensversicherung nicht leisten können, geeignet. Denn bei der Sterbegeldversicherung sind die Beiträge deutlich geringer, sodass auch Menschen, mit einem geringen Einkommen oder einer kleinen Rente diese Summen im Normalfall entrichten können.

WELCHE BESONDERHEITEN GIBT ES?

Die größte Besonderheit bei der Sterbegeldversicherung ist, dass diese, auch wenn der Vertrag bis zum Ableben läuft für Personen ab 85 Jahren beitragsfrei ist, wenn bis dahin der auszahlbare Betrag über die monatlichen Beiträge eingezahlt wurde. Ist dies der Fall, ist man bis zum 100. Lebensjahr weiterhin versichert, muss jedoch nicht mehr weiterzahlen.

Mit dem 100. Geburtstag läuft die Sterbegeldversicherung aus und die vereinbarte Summe wird inklusive der eingezahlten Überschüsse ausgezahlt. Anders als bei einer Lebensversicherung kann die Sterbegeldversicherung nicht beliehen, verkauft oder vorzeitig ausgezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt nur mit dem Ableben oder Erreichen des 100. Geburtstags des Versicherten.

Wer die Sterbegeldversicherung schon vor der Rente abschließt, muss ebenfalls nicht befürchten, dass diese als Vermögen angerechnet wird, wenn die Rente so gering ausfällt, dass Hilfen beantragt werden müssen, denn die Sterbegeldversicherung gehört zum Schonvermögen.

DIE VERSICHERUNGSSUMME HÖHER ANSETZEN

Bevor die Sterbegeldversicherung abgeschlossen wird, ist es wichtig genau zu überlegen und zu prüfen, welche Kosten für eine Bestattung nach den eigenen Vorstellungen anfallen. Denn die Kosten gehen bei den verschiedenen Möglichkeiten teils sehr stark auseinander, sodass hier vorab geschaut werden sollte mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Anschließend sollte diese Summe nicht nur aufgerundet, sondern am besten um etwa 1000 Euro erhöht werden. Der Grund dafür ist, dass auch die Kosten für Beerdigungen mit der Zeit steigen können, sodass es immer gut ist die Versicherungssumme höher anzusetzen.

Normalerweise wird die Auszahlungssumme für diese Art der Versicherung zwischen 3000 und 10000 Euro festgelegt, es gibt jedoch auch Anbieter, bei denen die Sterbegeldversicherung deutlicher höher angesetzt werden kann. Dies ist gerade dann, wenn man im Ausland oder auf See bestattet werden will sinnvoll, sodass hier geprüft werden muss, welcher Anbieter eine entsprechend hohe Auszahlungssumme anbietet.

NACHTEILE DER STERBEGELDVERSICHERUNG

Wie bei allen anderen Versicherungen auch, hat die Sterbegeldversicherung nicht nur Vorteile. Der größte Nachteil ist die Wartezeit, die viele Versicherungen festlegen, wenn der Kunde keine Fragen zu seiner Gesundheit beantworten möchte.

Eine Sterbegeldversicherung ist im Grunde nur für junge Menschen geeignet, die gesund sind. Liegen chronische Erkrankungen vor, sollte die Wartezeit dennoch nicht mehr als sechs Monate betragen.

Während der Wartezeit werden zwar Beiträge fällig, verstirbt der Versicherte jedoch, so kommt es zu keiner Auszahlung des Versicherungsbetrages. Da diese Wartezeit bis zu 3 Jahre dauern kann, sollte die Sterbegeldversicherung schon frühzeitig abgeschlossen werden. Andernfalls muss der Fragebogen zur eigenen Gesundheit ausgefüllt werden und die Versicherung hat die Möglichkeit den Antrag abzulehnen, sodass die Versicherung erst gar nicht zustande kommt.

Ebenso ist eine Sterbegeldversicherung ungeeignet, wenn damit die Hinterbliebenen abgesichert werden sollen, denn dann werden die Beiträge der Versicherung genauso hoch wie bei einer Lebensversicherung, sodass sich kaum noch Vorteile ergeben.

Letztlich kommt es also auf viele verschiedene Faktoren an, wenn man sich fragt, ob eine Sterbegeldversicherung wirklich sinnvoll ist. Wer jedoch nur über geringe finanzielle Mittel verfügt und für die eigene Beerdigung vorsorgen möchte, der sollte diese Form der Versicherung in jedem Fall in Betracht ziehen.

GIBT ES ALTERNATIVEN ZUR STERBEGELDVERSICHERUNG?

 

 

 

 

 

Damit Angehörige im Todesfall die Kosten nicht übernehmen müssen, kann auch anders abgesichert werden. Beispielsweise durch einen Sparvertrag oder ein Tagesgeldkonto.

 

Weitere Möglichkeiten sind eine Kapitallebensversicherung mit Todesfallabsicherung, eine Risikolebensversicherung oder ein Treuhandkonto bei einem Bestattungsinstitut. Die Sterbegeldversicherung ist nicht immer die beste Wahl.