PRIVATE KRANKEN VollVERSICHERUNG (PKV)

Wie bei anderen privaten Versicherungen gilt auch bei der privaten Krankenversicherung (PKV) Vertragsfreiheit. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt für die Versicherungsunternehmen grundsätzlich kein Zwang, Versicherungsverträge abschließen zu müssen. Antragstellerinnen und Antragsteller können also auch wegen Vorerkrankungen oder aufgrund des Alters abgelehnt werden. Die Ausnahme: Versicherte, die die Voraussetzung für eine Versicherung im Basistarif erfüllen (siehe unten).

Bürgerinnen und Bürger, die privat krankenversichert sind, müssen zusätzlich eine private Pflegeversicherung abschließen.

Im Gegensatz zur GKV, bei der sich die Versicherungsbeiträge weitgehend nach dem Einkommen der Versicherten richten, bemisst sich der Beitrag in der PKV nach dem Risiko der Versicherten bei Abschluss des Versicherungsvertrags.

Dieses hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere vom Eintrittsalter und der individuellen Invaliditäts- und Krankheitsgefahr. Außerdem ist der vereinbarte Leistungsumfang für die Prämienhöhe von Bedeutung; zum Beispiel durch die Vereinbarung von Selbstbehalten kann die Höhe der Prämie in der Regel reduziert werden. Das Geschlecht spielt bei der Berechnung der Beitragshöhe keine Rolle mehr.

Standarttarif in der PKV

DARÜBER HINAUS BESTEHT FÜR BESTIMMTE ÄLTERE PKV-VERSICHERTE SOWIE UNTER ANDEREM FÜR PERSONEN IM RUHESTAND BEZIEHUNGSWEISE FÜR RENTENBEZIEHERINNEN UND RENTENBEZIEHER DIE MÖGLICHKEIT, UNTER ANRECHNUNG DER ALTERUNGSRÜCKSTELLUNG IN DEN SOGENANNTEN STANDARDTARIF DES BISHERIGEN VERSICHERUNGSUNTERNEHMENS ZU WECHSELN.

Von dieser Möglichkeit können jedoch nur Personen Gebrauch machen, die bereits am 31. Dezember 2008 privat krankenversichert waren.

Der Beitrag im Standardtarif darf den Höchstbeitrag der GKV nicht überschreiten. Für Ehepaare ist der Beitrag auf 150 Prozent des Höchstbeitrags der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt.

 

Die Leistungen im Basis- und Standardtarif sind vergleichbar mit den Leistungen, für die von der GKV die Kosten übernommen werden.

Selbstbehalte

Versicherer bieten Tarife mit unterschiedlichen SB-Stufen an.

Wer bereit ist, sich mit einem bestimmten Betrag im Jahr an den Krankheitskosten zu beteiligen, zahlt deutlich weniger. Selbstbeteiligung auch im stationären und dentalen Bereich.  Es gibt Tarifwerke, die aus sogenannten Kompakttarifen bestehen, sowie Tarifwerke mit speziellen Tarifen für den ambulanten, stationären und dentalen Bereich. Bei Kompakttarifen bezieht sich die SB auch auf den stationären und dentalen Bereich.

 

 

Osttarife

Nach der Wiedervereinigung wurden in den neuen Bundesländern sogenannte Osttarife angeboten, unter anderem, um das herrschende Verdienstgefälle auszugleichen. Die Osttarife sind günstig, bieten aber meist nur eine Basisversorgung, ähnlich der GKV. 2009 wurde der Osttarif durch den Basistarif ersetzt, der deutschlandweit abschließbar ist. Seitdem können die Osttarife nicht mehr neu abgeschlossen, sondern nur beibehalten werden.Art

Basistarif in der PKV

Alle privaten Krankenversicherungsunternehmen müssen den Basistarif anbieten. Für diesen Tarif besteht Kontrahierungszwang – das bedeutet: Versicherte, die die Voraussetzungen erfüllen (siehe unten), dürfen in diesem Tarif nicht abgewiesen werden.

Zuschläge oder Ausschlüsse bestimmter Leistungen wegen eines erhöhten gesundheitlichen Risikos sind hier nicht zulässig. Die Behandlung der Versicherten im Basistarif wird durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen sichergestellt. Der Basistarif ist in seinem Leistungsumfang mit dem Leistungskatalog der GKV vergleichbar.

Der Versicherungsbeitrag darf den jeweiligen GKV-Höchstbeitrag nicht überschreiten. Der Beitrag im Basistarif wird jeweils zum 1. Januar eines Jahres neu ermittelt (Stand 1. Januar 2018: 690,31 Euro).

Kann jemand den Beitrag aufgrund von Hilfsbedürftigkeit (im Sinne des Sozialrechts) nicht bezahlen, wird die Prämie halbiert. Ist auch das zu viel, leistet der Grundsicherungs- beziehungsweise Sozialhilfeträger Zuschüsse im erforderlichen Umfang, um Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden.

Im Basistarif der PKV können versichert werden:

·        Personen,die sich nach dem 1. Januar 2009 neu in der PKV versichert haben beziehungsweise versichern,

·        Personen ohne Versicherungsschutz, die ehemals in der PKV versichert waren oder der PKV zuzuordnen sind

·        freiwilligen Mitgliedern der GKV innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der Wechselmöglichkeit zur PKV

·        beihilfeberechtigten Personen zur Ergänzung ihres Beihilfeanspruchs.

Das Versicherungsunternehmen ist dabei frei wählbar.  

Auch bereits PKV-Versicherte, die ihren Versicherungsvertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben, können unter bestimmten Voraussetzungen und unter Anrechnung der erworbenen Alterungsrückstellungen in den Basistarif ihres Versicherungsunternehmens wechseln. Diese Möglichkeit besteht, wenn sie über 55 Jahre alt sind oder Beamtenpension beziehungsweise Rente beziehen oder finanziell hilfsbedürftig sind.


Krankentagegeld

Die Krankentagegeldversicherung leistet erst, wenn der Versicherte eine bestimmte Zeit lang arbeitsunfähig gewesen ist. Diese Wartezeit zwischen Arbeitsunfähigkeit und Leistungsbeginn wird als Karenz bezeichnet und entspricht einer Selbstbeteiligung bei Selbstständigen.

Bei Angestellten ist eine Absicherung nicht vor dem 43. Tag möglich, weil der Arbeitgeber bis dahin eine Entgeltfortzahlung leistet. Danach erst leistet die Versicherung ein Krankentagegeld, das meist um ein Viertel niedriger als das Gehalt des Versicherungsnehmers liegt. Arbeitsunfähigen Selbstständigen dagegen droht der sofortige Verdienstausfall, weshalb es bei ihnen keine festgelegte Mindest-Karenz gibt. Um das Tagegeld den individuellen Bedürfnissen besser anpassen zu können, besteht die Möglichkeit, die Leistung nach Tag und Höhe zu staffeln.Karenzzeiten

Die Krankentagegeldversicherung leistet erst, wenn der Versicherte eine bestimmte Zeit lang arbeitsunfähig gewesen ist. Diese Wartezeit zwischen Arbeitsunfähigkeit und Leistungsbeginn wird als Karenz bezeichnet und entspricht einer Selbstbeteiligung bei Selbstständigen.

 

Bei Angestellten ist eine Absicherung nicht vor dem 43. Tag möglich, weil der Arbeitgeber bis dahin eine Entgeltfortzahlung leistet. Danach erst leistet die Versicherung ein Krankentagegeld, das meist um ein Viertel niedriger als das Gehalt des Versicherungsnehmers liegt. Arbeitsunfähigen Selbstständigen dagegen droht der sofortige Verdienstausfall, weshalb es bei ihnen keine festgelegte Mindest-Karenz gibt. Um das Tagegeld den individuellen Bedürfnissen besser anpassen zu können, besteht die Möglichkeit, die Leistung nach Tag und Höhe zu staffeln.

Zahnbehandlung

Wieviel Prozent der Zahnbehandlungskosten sollen mindestens und höchstens erstattet werden?

In den Bereich Zahnbehandlung fallen prophylaktische, konservierende und chirurgische Leistungen (unter anderem die Behandlung von Karies, Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen) in tariflich unterschiedlich definiertem Umfang.Zahnersatz

Wieviel Prozent der Kosten für Zahnersatz sollen mindestens und höchstens erstattet werden? Der gewählte Prozentsatz beinhaltet die im Rahmen der Regelversorgung angenommene Vorleistung von 50% der Gesamtkosten durch die gesetzliche Krankenkasse.

Als Zahnersatz wird die Behandlung und die Verwendung von Materialien zur Wiederherstellung des Gebisses nach Verlust von einem oder mehrerer Zähne oder Zahnteilen bezeichnet. Auslöser für den Verlust können Karies und Parodontitis, die Schädigung von Zahn und Zahnhalteapparat oder auch Unfälle sein.Kieferorthopädie

Wieviel Prozent der Kosten für kieferorthopädische Leistungen sollen mindestens und höchstens erstattet werden?

 

In den Bereich Kieferorthopädie fallen Erkennung, Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen und die damit in Zusammenhang stehenden funktionellen Störungen.

Krankenhausaufenthalt

Grundsätzlich können alle Patienten die allgemeinen Krankenhausleistungen (medizinische Versorgung durch die diensthabenden Ärzte sowie Pflege, Unterkunft und Verpflegung im Mehrbettzimmer) des Krankenhauses in Anspruch nehmen. Darüber hinaus bietet das Krankenhaus in der Regel zwei Arten von Wahlleistungen an: Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und wahlärztliche Behandlung durch die leitenden Krankenhausärzte (Chefarztbehandlung).